Über mich
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Ich schreibe, weil mir Meinung nicht genügt.
Öffentliche Debatten kreisen zunehmend um Haltung, Identität und Empörung – während die Frage, wie ein Urteil entsteht, kaum noch gestellt wird. Genau dort setze ich an.
Erkenntnistheoretiker.de ist kein Meinungsprojekt. Es ist der Versuch, Denken wieder sichtbar zu machen: die Unterscheidung zwischen Eindruck und Argument, zwischen Wissen, Überzeugung und tatsächlicher Erkenntnis. Nicht um Recht zu behalten, sondern um Verantwortung für das eigene Urteil zu übernehmen.
Ich schreibe auf Deutsch, denke aber nicht national. Politische und gesellschaftliche Fragen lassen sich nicht sinnvoll aus einer rein innenpolitischen oder kulturell abgeschlossenen Perspektive verstehen. Internationale Zusammenhänge, historische Linien und unterschiedliche politische Rationalitäten sind keine „Kontexte“, sondern Voraussetzungen für ernsthafte Analyse.
Mich interessiert nicht, was anschlussfähig ist, sondern was tragfähig ist.
Nicht, was moralisch gut klingt, sondern was begründbar ist – auch dort, wo Begründungen unbequem werden.
Bildung verstehe ich nicht als Ansammlung von Fachwissen, sondern als Schulung der Wahrnehmung. Erkenntnis entsteht nicht ausschließlich im analytischen Argument, sondern auch dort, wo Sprache verdichtet, Perspektiven verschoben und Selbstverständlichkeiten irritiert werden. Der Gedichte-Podcast auf dieser Seite ist kein Ausbruch ins Private, sondern Teil dieses Bildungsbegriffs: Literatur als Denkform, nicht als Dekoration.
Diese Seite richtet sich an Leserinnen und Leser, die bereit sind, den Schritt von Meinung zu Erkenntnis zumindest zu versuchen. Sie bietet keine einfachen Antworten, keine Lagerzugehörigkeit und keine gedanklichen Abkürzungen. Wer hier liest, sollte Widerspruch aushalten können – auch den eigenen.
Foto von Vinicius "amnx" Amano auf Unsplash